Salzi

Foto: SALZI © Salzi

Gesundes Soulfood, Urban Gardening und DJ-Sounds

Wo ein französisches Bistro seine Türen schloss, pulsiert jetzt neues Leben. In der Nähe des Karmelitermarkts hat Adam Vertes gemeinsam mit seinem Team mit dem Salzi einen Ort eröffnet, der den Spagat zwischen heimeligem Grätzel-Treff und kosmopolitischem Flair bravourös meistert. Die Entscheidung für den Standort war dabei reine Intuition.

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„Im Grunde beginnt jedes Konzept für uns mit dem Ort“, erklärt Adam im Gespräch. „Dieses Lokal hat einfach zu uns gesprochen. Wir haben sofort das Potenzial für einen schönen Nachbarschafts-Spot für den Tag gesehen – das war schon immer ein Traum von uns.“

Statt auf kühle Hipster-Ästhetik setzt das Team auf organische Materialien: Warmes Holz, sanfte Lichtquellen und eine Vielzahl an Pflanzen schaffen eine Atmosphäre, die Geborgenheit ausstrahlt. „Wir wollten im Inneren einen wirklich warmen, heimeligen Vibe kreieren. Wenn man reinkommt, soll man sich wohlfühlen und das Gefühl haben, an einem sicheren Ort angekommen zu sein“, so Adam.

Das Design ist im Salzi kein bloßer Hintergrund, sondern fast eine Therapie. Unter dem Slogan „Deine tägliche Prise von was auch immer“ lädt das Lokal dazu ein, den Stress der Großstadt für einen Moment zu vergessen. Dabei geht es nicht nur um „Verpflegung“: „Unsere Absicht ist, dass sich die Leute entspannen, aber gleichzeitig auch zum Auftanken und Wachwerden herkommen – nicht nur physisch durch eine gute Tasse Kaffee, sondern auch mental. Man soll sich hier inspirieren lassen, Gespräche führen und mit einer besseren Stimmung gehen, als man gekommen ist.“ Ein besonderes Extra: freitags gibt es DJ-Sets.

80 % Pflanze, 100 % Experiment

Die Küche im Salzi ist mutig, kompromisslos saisonal und angenehm unprätentiös. Rund 80 Prozent der Karte sind pflanzenbasiert, wobei Fleisch oder Fisch nur in ausgewählter Bio- und Freilandqualität ihren Weg in die Küche finden. Ein echtes Highlight, für das Gäste mittlerweile aus der ganzen Stadt in den Zweiten pilgern, ist das vegane Pastrami-Sandwich.

Doch wer nach einer festgefahrenen Speisekarte sucht, wird enttäuscht – aber im positiven Sinne. Adam setzt bewusst auf stetigen Wandel: „Unsere Karte ist sehr saisonal und wir ändern sie oft. Wir glauben nicht wirklich an klassische ‚Signature Dishes‘, die jahrelang gleichbleiben. Wir wollen uns mit den Jahreszeiten bewegen.“ Besonders spannend sind die Experimente mit Fermentation, die im Salzi eine zentrale Rolle spielen. Statt des üblichen Avocado-Toasts finden sich Gerichte wie herzhafter Porridge mit im Haus fermentierten Pilzen auf der Karte. „Wir versuchen, über den Tellerrand hinauszuschauen. Wir wollen nicht nur die üblichen Brunch-Gerichte anbieten, sondern etwas Einzigartiges und Experimentelles schaffen, das es so in Wien noch nicht oft gibt.“

Urban Gardening

Ein besonderes Detail des Konzepts ist das „Urban Gardening“. Das Ziel des Teams ist es, dass 95 Prozent der Pflanzen im und vor dem Lokal essbar sind. Auch wenn der berüchtigte Wiener Wind in der Hollandstraße anfangs eine Herausforderung war, lässt sich das Team nicht beirren. Im Frühjahr wird der Garten neu konzipiert: Dann wandern Kräuter und robuste Nutzpflanzen direkt aus den Beeten in die hausgemachten Tees oder als frisches Finish auf die Mittagsgerichte.

Obwohl das Salzi tief im Viertel verwurzelt ist, weht ein internationaler Wind durch die Räume. Das Team ist so vielfältig wie das Publikum und bringt Einflüsse aus Budapest, Berlin und Kopenhagen mit. „Da wir selbst internationale Menschen sind, sind auch das ganze Team und unsere Gäste sehr international“, sagt Adam. Das Lokal fungiert als Brücke: Es ist ein Wohnzimmer für die alteingesessenen Nachbarn und Nachbarinnen, aber auch ein erster Anlaufpunkt für „New Locals“, die gerade erst in Wien angekommen sind.

Foto: SALZI © Salzi

Vom Specialty Coffee zum Naturwein

Auch die Getränkekarte liest sich wie eine Entdeckungsreise. Beim Kaffee setzt das Salzi auf Abwechslung und Kuratierung. „Ab jetzt werden wir jeden Monat andere Kaffeeröster präsentieren. Es sind Firmen, die wir selbst mögen und die wir nach Wien bringen wollen, um sie den Leuten hier zu zeigen“, erklärt Adam. Neben kreativen Teemischungen, die als echtes Ritual serviert werden, liegt der Fokus abends auf Naturweinen. Auch hier bleibt man der Philosophie treu: Keine künstlichen Zusätze, keine Chemie, nur reiner Geschmack.

Das Ziel des gesamten Projekts fasst Adam Vertes so zusammen: „Die Rolle des Salzi ist es, dass man sich hier einfach zu Hause fühlt. Man kommt her, um Dinge zu essen und zu trinken, die gut für den Körper sind, gut für die allgemeine Stimmung und letztlich gut für das tägliche Leben."

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