Goldrausch mit Charakter: Fünf Goldschmied-Ateliers, die zeigen, wie modernes Handwerk heute glänzt

Ob Präzision aus dem 3D-Drucker, das Augenzwinkern in Form eines Leberkäs-Anhängers oder das maßgefertigte Herzensstück, das eine ganz eigene Geschichte erzählt: Schmuck hat sich gewandelt und ist oft nicht nur mehr ein Accessoire, sondern vielerorts ein Statement gegen die Beliebigkeit.

Viele Goldschmiede und Goldschmiedinnnen haben längst ihr verstaubtes Image abgelegt. Heute entstehen in Ateliers und Manufakturen Schmuckstücke, die zwischen Innovation, Individualität und Stilbewusstsein balancieren. Manche setzen auf digitale Technologien, andere auf radikale Persönlichkeit oder verspielte Ideen. Gemeinsam ist ihnen der Anspruch, mehr zu schaffen als bloßen Zierrat. Ein Blick auf fünf Betriebe, die ihren ganz eigenen Ton treffen.

Goldschmiedemanufaktur Pejrimovsky

Die Goldschmiedemanufaktur von Anna-Elisa Pejrimovsky steht für eine sehr persönliche Form des Schmuckdesigns. Das Atelier versteht sich nicht als klassisches Verkaufsgeschäft, sondern als Werkstatt für individuelle Schmuckanfertigungen. Anna-Elisa Pejrimovsky und ihr Partner Maximilian Pasler stellen vor allem Maßanfertigungen in den Vordergrund: vom Verlobungsring über Eheringe bis hin zu individuellen Anfertigungen und Umarbeitungen geerbter Schmuckstücke. Das entscheidende Highlight ist die intensive, persönliche Begleitung im Entstehungsprozess.

Kundinnen und Kunden werden von der ersten Idee bis zur finalen Fertigung eingebunden. Skizzen, Materialauswahl und Designentscheidungen erfolgen in enger Abstimmung. Dabei verbindet die Manufaktur traditionelles Goldschmiedehandwerk mit moderner Technik wie dem 3D-Druck.

Vor jeder Anfertigung wird auf Basis des persönlichen Kundengesprächs ein detailliertes Rendering mit einem gedruckten 3D-Modell im Maßstab 1:1 erstellt. Dadurch können Kundinnen und Kunden sowohl bei Umarbeitungen als auch bei Neuanfertigungen genau sehen und fühlen, wie das zukünftige Schmuckstück aussehen wird.

Diese visuelle Vorabplanung sorgt für maximale Transparenz im Gestaltungsprozess und beugt möglichen Missverständnissen vor. Besonders bemerkenswert ist der Umgang mit vorhandenem Gold oder alten Schmuckstücken: Diese werden nicht einfach eingeschmolzen, sondern gestalterisch neu interpretiert und in zeitgemäße Formen überführt. So entstehen Unikate, die Vergangenheit und Gegenwart verbinden und mit hoher handwerklicher Präzision überzeugen.

Foto: Goldschmiedemanufaktur Pejrimovsky © Goldschmiedemanufaktur Pejrimovsky

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Obizzi

Hinter der Marke Obizzi im gleichnamigen Palais steht die Goldschmiedin Stefanie Glatz, die ihre Leidenschaft für Goldschmiedekunst schon früh entdeckte.

Bereits als Kind begann sie zu schnitzen, nachdem sie mit sieben Jahren ein Taschenmesser geschenkt bekommen hatte. Der Wunsch, Goldschmiedin zu werden, entstand in ihrer Jugend.

Charakteristisch für Obizzi Schmuck ist eine bewusst rohe, lebendige Ästhetik. Während viele Schmuckstücke auf makellosen Hochglanz poliert werden, schätzt Stefanie Glatz gerade den ursprünglichen Ausdruck des Materials.

In Kombination mit Edelsteinen wie Diamanten, Saphiren, Aquamarin oder Amethyst entstehen Unikate mit eigenständigem Charakter.

In ihrem Atelier arbeitet die Goldschmiedin zudem mit archaischen Techniken. Besonders häufig nutzt sie Sepiaschalen als Gussformen. Dabei überträgt sich die natürliche Struktur der Schale auf das Metall und hinterlässt auf dem Gold eine Oberfläche, die an einen Fingerabdruck erinnert.

Foto: Obizzi © Obizzi

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Boltenstern

Kaum ein Name steht so sehr für die Verbindung von Tradition und Innovation im Schmuckdesign wie Boltenstern. Das Wiener Traditionshaus blickt auf eine jahrhundertealte Historie zurück und wirkt dennoch erstaunlich progressiv.

Statt sich allein auf klassische Techniken zu verlassen, wird hier mit digitalen Tools gearbeitet, die in der Schmuckwelt noch immer als Avantgarde gelten. Das prägende Highlight ist der hochentwickelte Einsatz von 3D-Druck in der Schmuckfertigung.

Komplexe, organisch wirkende Strukturen werden digital entworfen und direkt in Edelmetall umgesetzt. Dadurch entstehen filigrane, beinahe textile Oberflächen, die mit herkömmlichen Gussverfahren kaum realisierbar wären. Gleichzeitig ermöglicht diese Technologie eine ressourcenschonendere Produktion, da Materialeinsatz und Gewicht präzise kalkuliert werden können.

Ein Ansatz, der Boltenstern vom klassischen Juwelier zur technologisch geprägten Designmarke transformiert hat.

Foto: Boltenstern © Fabnora Coral

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Wiener Glanz

Eine dieser besonderen Wiener Schmuckadressen ist Wiener Glanz. Hinter der Marke steht die Designerin Lisa-Marie Zuna-Kratky, die ihren Schmuck in Wien im eigenen Atelier entwirft und fertigt. Inspiration findet sie dabei oft direkt vor der Haustür: in der Architektur Wiens, ihren klaren Linien und urbanen Formen.

Ihre Kollektionen folgen einem reduzierten, zeitlosen Designansatz, viele Stücke sind bewusst unisex tragbar. Gleichzeitig legt sie großen Wert auf ethisch und nachhaltig bezogene Materialien. Wiener Glanz richtet sich an Menschen, die klare Linien und subtile Eleganz schätzen. Der Schmuck wirkt bewusst zurückhaltend und gerade dadurch präsent.

Gefertigt wird überwiegend aus 925er Sterlingsilber, häufig veredelt mit langlebiger Vergoldung. Ein zentrales Element der Kollektionen ist die Kombinierbarkeit: Ketten lassen sich im Layering tragen, Ringe stapeln oder als Sets zusammenstellen. So entstehen individuelle Looks, ohne die klare gestalterische Handschrift der Marke zu verlieren. Damit positioniert sich Wiener Glanz als moderne Schmuckmarke aus Wien mit international anschlussfähiger Ästhetik.

Foto: Wiener Glanz © Mariaritsch

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Ring King

Ein Leberkäsesemmel-Anhänger um 2700 Euro? Ja, das gibt es. Ring King bricht bewusst mit Konventionen. Während viele Goldschmieden auf klassische Motive setzen, greift dieses Label Alltagskultur und Pop-Elemente auf und übersetzt sie in tragbaren Schmuck.

Das augenfälligste Highlight ist die „Feinkost“-Kollektion: detailgetreu gearbeitete Anhänger in Form einer Leberkässemmel, einer Schnitzelsemmel oder anderer kulinarischer Klassiker.

„Die Kooperationen mit der Gastroszene und Food-Liebhabern und Liebhaberinnen haben mich zu meiner umfangreichen Foodies-Kollektion inspiriert. Alles begann mit einer Kundenanfrage nach einem Granatapfel als Taufgeschenk – einem Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Seitdem schnitze ich aus Wachs Wiener Klassiker wie Knackwurst, Schnitzelsemmel und Leberkäsesemmel“, so Max Grün.

Genau diese Kombination aus augenzwinkernder Idee und solider Goldschmiedekunst schafft einen starken Wiedererkennungswert. Ring King zeigt damit, dass Schmuckdesign aus Wien nicht nur Statussymbol sein muss, sondern auch Humor haben darf.

Foto: Ring King © Max Grün

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