Kafana

Kafana: ein Grätzel, eine Idee und eine Maschine, die es so nur einmal gibt

Ein kleines Café in der Leopoldstadt, der Duft frisch gerösteter Bohnen – und eine Maschine, die es in ganz Österreich kein zweites Mal gibt. Das Kafana in der Heinestraße 35 ist das Projekt eines Mannes, der seine Leidenschaft konsequent zu Ende gedacht hat. Robert Mitmansgruber röstet hier jeden Kaffee selbst. Und das mit einer Technologie, die er als Erster im ganzen Land einsetzt.

„Die Idee gibt es schon länger. Konkret ist es in den letzten eineinhalb Jahren geworden, nachdem ich meinen alten Job verlassen hatte und mir Zeit genommen habe, am Konzept zu arbeiten", erzählt er. Dass das Kafana schließlich in der Leopoldstadt landete, hat persönliche Gründe. „Wir wohnen seit etwa eineinhalb Jahren hier, unsere Tochter geht im Bezirk in den Kindergarten. Ich wollte halt alles irgendwie im Grätzel haben."

13 Monate hinter der Bar

Bevor die eigenen vier Wände Realität wurden, holte sich Mitmansgruber praktische Erfahrung dort, wo viel los ist: im Wiener Rösthaus. Rund 13 Monate arbeitete er dort – zunächst noch nebenbei, um zu testen, ob die Arbeit hinter der Bar genauso viel Freude macht wie das Experimentieren zu Hause als Home Barista. Die Antwort war eindeutig.

„Ich wollte vor allem lernen, mit viel Volumen und vielen Gästen umzugehen – und auch zu verstehen, worauf Gäste achten und wie man sie besser lesen kann", sagt er. Sechs Jahre intensive Beschäftigung mit Kaffee, ein Jahr Praxis unter echten Bedingungen: Das Fundament für das Kafana war gelegt.

Foto: Kafana © Kafana

Die Maschine, die alles veränderte

Ursprünglich war Eigenröstung gar nicht Teil des Plans. Das änderte sich, als Mitmansgruber auf den Bellwether Coffee Shop Roaster stieß – eine vollelektrische Röstmaschine, die ohne aufwändiges Abluftsystem auskommt und direkt im Lokal betrieben werden kann. Das erste und bislang einzige Modell dieser Art in ganz Österreich.

„Das System erlaubt mir, relativ flexibel und bedarfsorientiert zu rösten", erklärt er. „Ich mache eigentlich immer nur so viel, wie ich weiß, dass ich selbst verbrauche oder verkaufen kann." Eine Röstung von 1,5 Kilogramm ist in etwa zehn Minuten fertig und die Automatisierung sorgt dabei für gleichbleibende Qualität – Röstung für Röstung. „Es ist mir wichtig, dass sich die Gäste darauf verlassen können, dass der Kaffee immer gleich schmeckt."

Die Rohkaffees wählt er über einen Marktplatz des Maschinenherstellers aus, der europaweit Spezialitätenkaffees anbietet: vom klassischen Brasilianer mit schokoladigen Noten bis zum fruchtigen Äthiopier. „Die ersten Ergebnisse, als ich im September zu rösten begonnen habe, waren alle sehr vielversprechend. Und nach einigen Monaten kann ich sagen: die Qualität ist noch immer sehr gut."

Foto: Kafana © Kafana

Modern statt klassisch

Das Kafana positioniert sich bewusst abseits des klassischen Wiener Kaffeehauses. „Ich setze auf moderne Kaffees und moderne Röstungen", sagt Mitmansgruber. „Durch das Selberrösten habe ich die Kontrolle – welche Bohnen ich einkaufe, wie ich sie röste, und ich kann auch individuell auf Kundenwünsche eingehen." Wer möchte, kann die frisch gerösteten Kaffeebohnen direkt mitnehmen – das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Home Baristas, die zu Hause selbst an der Maschine stehen.

Beliebtestes Getränk ist der Cappuccino, ob zum Verweilen oder im Takeaway-Becher. Bei den Bohnen führen aktuell die brasilianischen Sorten – in zwei Röstungen: eine hellere als moderner Espresso, eine dunklere mit intensiveren Noten. „Der brasilianische Kaffee ist auf jeden Fall der Liebling bei den Gästen."

Organisch wachsen

Der Standort in der Heinestraße stand vor der Eröffnung rund eineinhalb Jahre leer. Gemeinsam mit der Eigentümerin hat Mitmansgruber den Raum – früher eine Maß-Greißlerei – neu belebt. Jetzt geht es darum, sich im Grätzel zu etablieren und Schritt für Schritt mehr Gäste anzuziehen.

Langfristige Pläne? Offengehalten, aber nicht ausgeschlossen. „Ich möchte organisch weiterwachsen und vielleicht irgendwann die Möglichkeit haben, diesen Standort zu vergrößern – oder, wenn es sich ergibt, einen weiteren zu eröffnen." Vorerst aber zählt das Wesentliche: an einem Ort rösten, brühen und verkaufen zu können. „Das war eigentlich für mich das oberste Ziel."

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